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​Magersucht kann in den Genen liegen ​

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[js] Anorexia nervosa, besser bekannt als Magersucht, ist nach Angaben des US-amerikanischen National Center of Excellence for Eating Disorders die psychiatrische Erkrankung mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Lange Zeit vermutete man die Ursache ausschließlich in der Psyche der Betroffenen. Eine internationale Studie unter Beteiligung der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen konnte jetzt aufzeigen, dass die Erkrankung auch genetische Ursachen haben kann. Im Rahmen der Studie ist es gelungen, insgesamt acht genetische Varianten zu identifizieren, die eindeutig mit Anorexia nervosa assoziiert sind. 

„Die identifizierten genetischen Faktoren beeinflussen auch den Bildungserfolg, den Stoffwechsel und die körperliche Aktivität. Das könnte beispielsweise mit erklären, warum Menschen mit Anorexia nervosa häufig unter einer Hyperaktivität leiden“, erklärt Prof. Johannes Hebebrand von der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am LVR-Klinikum Essen. „Die nun gewonnenen Erkenntnisse können zu neuen Therapien führen, die nicht nur an der Psyche, sondern auch am Stoffwechsel der Patienten ansetzen.“ 

Basis der vom King’s College London aus geleiteten internationalen Studie war die Untersuchung der Daten von knapp 17.000 Patienten an rund 100 Einrichtungen in 17 Ländern.

Literatur

1. Watson HJ, et al. 2019. Genome-wide association study identifies eight risk loci and implicates metabo-psychiatric origins for anorexia nervosa. Nat. Genet. Jul 15. [Epub ahead of print]

 

Heft 09-2019


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